Mesmers Stall
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Adresse |
Hof 6, A-6861 Alberschwende |
Bauherr |
Gemeinde Alberschwende, A- 6861 Alberschwende, Hof 3 |
Architekt |
Dieter Seeberger, A- 6900 Bregenz, Am Brand 17 Hermann Kaufmann, A- 6858 Schwarzach, Sportplatzweg 5 |
Ausführende Firmen |
Baumeister, Holzbau, Innenausbau (Tischlerarbeiten) siehe beigelegte Firmenliste |
Informationen zur Nutzung |
Öffentliches Museum und Raum für Kulturelle Veranstaltungen, Ausstellung |
Daten |
Baubeginn: März 2004 Fertigstellung: August 2004 Grundfläche: 491,60 m2 Bebaute Fläche: 141,30 m2 Bruttogeschoßfläche: 282,60 m2 Anzahl Geschoße: 2 Herstellkosten: Netto € 220.000,00 Herstellkosten Anteil Holz: (Konstruktion und Ausbau) Netto € 140,000,00 |
Baudetails |
Gebäudekonstruktion: Holzriegelwerk auf Natursteinfundament aus Bestand Dachkonstruktion: Holzsatteldach aus Bestand, innen sägerauhe Weißtannenschalung, außen mit neuer Eindeckung aus Lärchenschindeln (hinterlüftet) Fassadenkonstruktion: Holzriegelwerk aus Bestand, innen sägerohe Weißtannenschalung, außen Fichtenschindeln. Innenausbau : Böden, Türen, Mobiliar in Weißtanne, Lehmboden im Keller
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Energie |
Energietechnische Besonderheiten: Fußbodenheizung zur Temperierung im Winter. Energieversorgung (Gewinnung) Fernwärme |
Weißtanne |
Was sind die Gründe wesentliche Bauteile in Weißtanne auszuführen: Heimische Ressource, Moderne Gestaltung im Innenraum |
Der Mesners Stall war das Wirtschaftsgebäude der
damaligen Mesnerpfründe. Die kleine Landwirtschaft diente dem Mesner und
seiner Familie als Lebensunterhalt. Es konnten 4-5 Kühe gehalten werden. Im
Zuge der letzten großen Kirchenrenovierung im Jahre 2000 verkaufte die
Pfarre Mesners Stall an die Gemeinde. Durch die Kooperation der Gemeinde mit
dem Werkraum Bregenzerwald wird nun die Möglichkeit handfester Lernmodule
zur Sanierung und Restaurierung an einem konkreten Altbau geboten. Hier
zeigen Seniorenmeister alte Handwerkstechniken direkt am Bau und tragen dazu
bei, dass diese nicht in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig wird ein
Aktionsraum für traditionelles Handwerk geschaffen. Die Lernwerkstatt
entsteht.
Am 3. März 2004 wurde mit dem Umbau begonnen. Die Abbrucharbeiten wurden von den Baufirmen Berchtold und Holzbau Forcher durchgeführt. Um die alte Bausubstanz erhalten zu können musste bei den Abbrucharbeiten sehr sensibel vorgegangen werden. Um einen Einsturz zu vermeiden, musste gestützt und verankert werden. In kürzester Zeit stand nur noch das Gerippe.
Damit ja kein Erddruck oder gar Wassereinbruch entsteht, wird eine Betonschale errichtet. Anschließend wird die Optik im Erdgeschoss durch eine fachmännische Steinmauer wieder in die ursprüngliche Lage versetzt. Bevor mit der Isolation und dem Eindecken des Daches begonnen wurde, mussten verschiedene Balken des Dachstuhls erneuert werden. Als erstes wurde bei den Unterschalen eine Folie verlegt, dann folgte die Konterlatten. Zwischen die Konterlatten wurde eine ca. 10 cm dicke Dämmschicht und anschließend wieder eine Holzschale angebracht. Die Außenwand wurde wie das Dach genauso perfekt isoliert und verschalt.
Das Bemerkenswerte in Bezug auf Weißtanne ist, dass
die gesamte Aussenverschalung in Weißtannenholz ausgeführt wurde. Dabei
wurde auch die schlechtere Qualität verarbeitet. Für den Innenausbau wurde
die Weißtanne in edler Ausführung angewendet. Dies betrifft die Nasszelle
und den Stiegenausbau sowie einige Möbelteile. Eine Besonderheit stellt auch
der Boden dar. Dieser ist in sägerauer Weißtanne ausgeführt. Dabei wurde
beachtet, dass das Holz riftig, d.h. quer zu den Jahresringen geschnitten
wurde. Die eng aneinander liegenden Jahrringe geben dem Holz zusätzlich eine
hohe Stabilität. Der Boden ist nicht behandelt, denn nur ein nicht
behandelter Boden hat die natürliche Eigenschaft, sich selbst zu reinigen.
Wird der Boden einmal verschmutzt, so erfolgt bei der Auftrocknung eine
Zerlegung in Staubanteilen, welche meist mit einfachen Sauggeräten entfernt
werden können. Trotz hoher Frequenz erfolgen max. 1-2 Nassreinigungen
jährlich. Für weitere Auskünfte steht Ihnen der Bauherr gerne zur
Verfügung.
Die Gemeinde Alberschwende hat in enger Zusammenarbeit mit dem Werkraum
Bregenzerwald mit dem Objekt Mesners Stall Lernmodule durchgeführt. Ein
besonderes Ziel dabei war, die Erfahrungen von Handwerkern und Planern, die
die alte Handwerkstradition noch beherrschen, einzufangen und Lernmodule für
die Zukunft zu entwickeln. So soll anhand praktischer Beispiele tradiertes
Handwerk nachvollziehbar gelehrt und umgesetzt werden.
So wurde bereits bei der Entstehung des Gebäudes alte
Handwerkskunst thematisiert. Dies findet auch im Nutzungskonzept seinen
Niederschlag. Das Handwerk im Bregenzerwald hat sich aus der Landwirtschaft
und dem landwirtschaftlichen Nebenerwerb entwickelt. Nicht nur zur Zeit der
Bregenzerwälder Barockbaumeister sondern auch danach wurde neben dem
landwirtschaftlichen Betrieb am Bau gearbeitet aber auch in der Werkstätte
am Hof für die Landwirtschaft Gerätschaften erzeugt oder Produkte für den
Bau vorproduziert sowie Transportmittel hergestellt. So hatte das
Bregenzerwälder Handwerk den Ursprung in den kleine landwirtschaftlichen
Nebenerwerbsbetrieben. Im Mesners Stall soll dies für die Region
dokumentiert werden.
So befindet sich im Untergeschoss ein
landwirtschaftliches Gerätemuseum und im Mehrzweckraum wird in
Schwerpunktsausstellungen das tradierte Handwerk mit den heutigen Techniken
und Methoden in Vergleich gebracht. So soll dem Besucher die enorme
Entwicklung und die Leistungsfähigkeit des heutigen Handwerks bewusst
gemacht werden. Die Schwerpunktsausstellungen finden immer im Herbst statt
und sind jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunktsthema besetzt. Zusätzlich
zur Ausstellung wird eine Fachbibliothek eingerichtet, dort sind spezifisch
zum Holzbau alte Literatur aber auch aktuelle Veröffentlichungen zu
finden.
Der Besucher ist eingeladen, in der Literatur zu stöbern. Ziel dabei ist, dass alte Handwerkstechniken nicht in Vergessenheit geraten, sondern im Gegenteil für die Zukunft neu interpretiert werden können. Die Bibliothek beinhaltet die größte Sammlung zum spezifischen Thema Holzbau in Vorarlberg. Eine Reihe von vergriffenen Büchern konnte auf dem Auktionswege beschaffen werden. Der Raum im Obergeschoss im Mesners Stall wird aber auch für andere kulturelle Zwecke verwendet. Hier soll die örtliche Kleinkultur lebendig werden. Die Veranstaltungen wie auch das Gebäude wird durch den Verein Kulturmeile Alberschwende verwaltet. Mit der Renovierung des Objektes Mesners Stall hat sich auch die organisatorische Plattform, die Kulturmeile entwickelt. Diese erfreut sich einer großen Trägerschaft.
Öffnungszeiten und Konditionen
Anzahl Personen: max. 20 persons
Modultyp: Fachmodul
Ablauf der Veranstaltung
Exterior viewing is possible at all times, interior viewing requires advance notice.
Kontakt
Hof 6
6861 Alberschwende, Austria